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Durchblutungsstörungen des Gehirns
(Schlaganfall)

Schlaganfall, was ist das ?

Schlaganfälle sind Folge einer plötzlichen („schlagartig“) örtlichen Durchblutungsstörung des Gehirns. Hierdurch kann es zu einer dauerhaften Schädigung des Gehirngewebes kommen.
Der Schlaganfall ist keine einheitliche Erkrankung; der Oberbegriff "Schlaganfall", auch Apoplex oder Hirninsult genannt, wird vielmehr für eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen verwendet, die verschiedene Ursachen und damit auch unterschiedliche Therapien erfordern. In der überwiegenden Anzahl der Fälle (ca. 80%) wird der Schlaganfall durch eine Mangeldurchblutung des Gehirns hervorgerufen, in den restlichen Fällen (ca. 20%) von einer "Hirnblutung". Zu einer Mangeldurchblutung kommt es, wenn die hirnversorgenden Gefäße verstopft werden. Meist geschieht dies durch kleine verschleppte Partikel oder Gerinnsel. Diese können u. a. aus dem Herzen kommen, z.B. bei einer Herzrhythmusstörung, in ca. 20% der Fälle (!) sind sie jedoch durch Einengungen der Halsschlagader verursacht.

Die Folgen eines Schlaganfalles können sehr verschieden sein. Je nachdem, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist und natürlich auch abhängig von der Ausdehnung des Gehirninfarktes kann ein solches Ereignis symptomlos oder nur von geringgradigen neurologischen Ausfallerscheinungen begleitet sein. Es kann jedoch auch zu schwer wiegenden Ausfallerscheinungen wie Lähmungen, Sprachstörungen, Gefühlsstörungen, Erblindung, etc. kommen, in etwa 30% der Fälle resultiert eine vorübergehende oder dauerhafte Pflegebedürftigkeit. Innerhalb von 4 Wochen verlaufen ca. 20% der Schlaganfälle tödlich.
In Deutschland kommt es bei ca. 200.000 Patienten pro Jahr zu einem Schlaganfall! Viele davon könnten verhindert werden, wenn die Warnsymptome rechtzeitig erkannt und abgeklärt würden.

Warnsymptome des Schlaganfalls?

Warnsymptome, die einem Schlaganfall oft vorausgehen, treten sogar relativ häufig auf! Sie werden durch vorübergehende Durchblutungsstörungen des Gehirns verursacht. Hierbei können Sehstörungen, die typischerweise ein Auge betreffen (Amaurosis fugax), Sprachstörungen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen (Arme oder Beine) auftreten, die sich nach Minuten oder Stunden (Transitorisch ischämische Attacke = TIA) zurückbilden. Gelegentlich treten auch Schwindelsymptome oder Kopfschmerzen auf. Symptome wie diese müssen in jedem Falle ernst genommen werden und sind Alarmsignale, die unbedingt medizinisch abgeklärt werden sollten.

Vorgehen bei Verdacht auf eine Verengung der Halsschlagader

Der Verdacht auf eine Verengung der Halsschlagader ergibt sich bei den oben genannten Warnsymptomen. Aber auch bei Patienten mit arteriosklerotischen Erkrankungen in anderen Körperabschnitten (koronare Herzerkrankung, arterielle Verschlusskrankheit der Beine etc.) sollte nach einer bislang noch asymptomatischen Einengung der Halsschlagadern gefahndet werden, ebenso bei Patienten mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Nikotinkonsum, erhöhte Blutfettspiegel. Heutzutage wird als erstes eine doppler/duplexsonographische Untersuchung der Halsschlagadern (Carotiden) durchgeführt. Die Untersuchung ist nicht belastend, hat keine Nebenwirkungen und ist in erfahrener Hand sehr aussagekräftig. Hierbei können gefährliche Engstellen der Halsgefäße festgestellt und beurteilt werden. Ggf. muss auch eine Röntgenuntersuchung der Halsschlagadern (Angiographie) ergänzend durchgeführt werden. Bei V. a. Schlaganfall oder im Falle einer geplanten Operation erfolgt noch eine Untersuchung des Gehirns mittels Computertomographie oder Kernspintomographie.

Über weitere notwendige Untersuchungen wird Sie Ihr behandelnder Arzt aufklären.

Wurde eine höhergradige Einengung der Halsschlagader festgestellt und sind Symptome einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns festgestellt worden, dann sollte eine Therapie an der Halsschlagader durch Operation oder Einsetzen eines Stents erfolgen. Ansonsten droht ein unwiderruflicher Schlaganfall innerhalb der nächsten Wochen und Monate! Welche Therapieform für den einzelnen Patienten die beste ist, stellt der Gefäßchirurg nach den entsprechenden Untersuchungen fest.

Operation - wie geht das?

Die Operation kann in örtlicher Betäubung oder auch in Vollnarkose durchgeführt werden. Hierbei wird die Halsschlagader über einen kleinen Schnitt freigelegt und die Engstelle ausgeschält. Je nach Befund wird ein kleiner Flicken (Patchplastik) eingenäht oder die Halsschlagader direkt zugenäht. Am Ende der Operation wird eine Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel (Angiographie, s. Beispiel) durchgeführt. Die Operation an der Halsschlagader ist normalerweise ein wenig belastender Eingriff, der den Patienten vor den ggf. invalidisierenden Folgen eines Schlaganfalles bewahren kann.

Fallbeispiel:
59-jährige Patientin: bei der Abklärung unklarer Schwindelsymptome erfolgte duplexsonographisch und MR-angiographisch die Feststellung einer höchstgradigen Einengung der linken A. carotis interna. In einer MR-Untersuchung des Gehirns sichtbarer kleiner Gehirninfarkt links, der klinisch ohne Symptome war. Es wurde zeitnah eine Ausschälplastik der linken Halsschlagader durchgeführt und die beschwerdefreie Patientin 3 Tage nach der Operation wieder entlassen.

MR-Angiographie   kleiner Hirninfarkt
Abb.1 MR-Angiogaphie vor der Operation   Abb.2: Kleiner Hirninfarkt linke Gehirnhälfte (Pfeil)
MRT des Gehirns vor der Operation

 

Intraoperative Abschlussangiographie   Ausschälpräparat
Abb.3 Intraoperative Abschlussangiographie   Abb.4: Ausschälpräparat mit sichtbarer Aushöhlung (= Emboliequelle)

 

Und danach?

Der stationäre Aufenthalt beträgt normalerweise nur wenige Tage. Die Operation ist aber nur ein Teil der Therapie! Wichtig ist, für die Zukunft alle anderen Erkrankungen und Risikofaktoren für Arteriosklerose (Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette und erhöhtes Körpergewicht) einzustellen bzw. medikamentös zu behandeln. All dies sollte in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt erfolgen.

Weitere Informationen?

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Carl-Bertelsmann-Straße 256
Postfach 104, 33311 Gütersloh

Tel.:  01805 / 093093 (0,12 €/Min)
Fax.: 01805 / 094094
Internet: www.schlaganfall-hilfe.de

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